Es lebe der Beton
Nun muss ich meine Meinung von gestern zumindest teilweise revidieren, erreicht mich doch gerade eine Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe, die einen ehemaligen Hubschrauberlandeplatz bei Frankfurt als Naturparadies ausgezeichnet hat. Flora und Fauna scheinen den alten, brüchigen Beton zu lieben; man hat nicht weniger als 300 Gefäßpflanzen auf dem Gelände ausgemacht. Seltene Vogelarten wie der Steinschmätzer sind Stammgast.
Also, noch ist auch in hier in Berlin nichts verloren. Vor meinem inneren Auge sehe ich Hundertschaften von Gefäßpflanzen die Fugen der öden Spreepromenade im Regierungsviertel aufbrechen; der Steinschmätzer nistet im Gestein der Friedrichstraßen-Lochfassaden, und auf den Parkplätzen meiner geschätzten Nachbarn sprießen urbane Wälder. (Die übrigens das Stadtklima enorm verbessern und deren Pflanzung auf Brachflächen deshalb in Leipzig Gegenstand eines Forschungsvorhabens ist.) Also, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil: Es lebe der Beton!

25. Dezember 2008 um 12:35
Unter dem Pflaster liegt bekanntlich … der Strand.