O Tannennbaum?

Ja, so singen wir dieser Tage wieder, jedenfalls diejenigen unter uns, die Kinder im weihnachtsfähigen Alter haben. Und, Tannenbaum, was will Dein Kleid uns nun lehren? Dass Koniferen wunderschön sind (sofern der saure Regen ihr Kleid nicht gelöchert hat), würde ich frech behaupten, und zwar vor allem in ihrem natürlichen Habitat in Gebirge und Taiga. Dort also, wo auch der Schnee noch leise rieselt. Jedenfalls weit weg von unseren Gärten.

Denn “Trost und Kraft zu jeder Zeit” empfinde ich nicht beim Anblick der friedhofsgrünen Eibenhecken meiner Nachbarn, obwohl diese, wie ich zugeben muss, einen exzellenten Hintergrund für meine Staudenpflanzungen abgeben. Mich stimmt nämlich das Werden und Vergehen im Garten viel fröhlicher als die sich im Laufe der Jahreszeiten kaum verändernde, immer etwas düstere Präsenz der Nadelbäume. 

Allein das Spektakel der Herbstfärbung! Im Oktober hat es begonnen, Felsenbirne (Amelanchier) und Apfelbeere (Aronia) waren die Hauptdarsteller im ersten Akt, und jetzt, kurz vor Weihnachten, hat das Schauspiel noch immer nicht geendet. Momentan sorgen die laubabwerfende Azalee “Persil” (sie ist viel schöner als ihr alberner Name vermuten lässt, obwohl sie mir bisher nur eine einzige Blüte gegönnt hat) und vor allem der Pracht-Storchenschnabel (Geranium x magnificum “Rosemoor”) für kräftige Farbtupfer im Schwarzgrün des Dezembergartens.

Überhaupt ist dieser Storchenschnabel eine rundum empfehlenswerte Pflanze, im Frühsommer voller blauvioletter Blüten, dazu unkompliziert bis idiotensicher, ziemlich wuchsfreudig und damit ideal, wenn man wie ich einen Garten komplett neu anlegen muss. Noch besser: Die Schnecken mögen ihn nicht! Nun gut, dem Tannenbaum würden sie mit ihren Raspelzungen auch nicht beikommen…

4 Antworten zu “O Tannennbaum?”

  1. Kirsten sagt:

    Ich mutmaße ja immer, dass die Gärten so aussehen wie es dann auch drinnen bei den Gartenbesitzern aussieht. Der Garten sagt meist auch etwas über den ganzen Way of Life. Wer sich mit Hecken und Koniferen abschirmt, ist auch sonst ein wenig düster - oder schlicht einfallslos. Aber die Zentralgärtnerin wird mich jetzt sicher der Küchenpsychologie zeihen….

  2. Fr.Jona&son sagt:

    Da kann ich nur zustimmen, auch ich “kultiviere die Wildnis” und es macht Spaß!
    Ich werde mit Freuden Deinen Blog lesen und selbst auch einige Fotos meines Gartens ins Netz stellen….
    P.S Kennst Du übrigens das Buch” Der Hang zur Verwilderung” von Cordula Loidl-Reisch?

  3. Zentralgaertnerin sagt:

    @ Fr. Jonasson: Willkommen und danke für den Tipp!
    @ Kirsten: Ich habe ja kein prinzipielles Problem mit der Küchenpsychologie. Aber, Frau Doktor: Was sagt dann mein Garten über mich aus? ADHS?

  4. Zentralgarten» Blogarchiv » Einstweilige Verwunderung sagt:

    [...] dient das Bauwerk dem ordnungsgemäßen Trimmen der Hecke. Ob Herr H. fürchtet, ich könnte seinen Koniferen etwas zuleide tun? Oder ist ihm langweilig? Fragen über [...]

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