Archiv für Februar 2009

Gemüse-Ambitionen

Freitag, 27. Februar 2009

Das heiße, trockene Wetter im letzten Sommer hat uns nicht nur eine Tomatenschwemme beschert, sondern mir auch ganz offensichtlich den Sinn getrübt. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sich in dem Karteikasten im Keller, wo ich meine Saatgut-Tütchen aufbewahre, nicht nur eine Packung Paprikasamen befinden, sondern auch solche einer Auberginensorte mit dem reizenden Namen “Baby Rosanna”? Ja, ernsthaft, Auberginen. Nein, natürlich habe ich kein Gewächshaus, wo denn auch?

Nun gut, die Samen gab es beim Herbstausverkauf einer Saatgutfirma zum halben Preis, versandkostenfrei. Aber was sind schon die paar gesparten Euro in Relation zu all den Mühen und Frustrationen, die mir diese unschuldigen Körnchen aller Voraussicht nach bereiten werden? Eigentlich müsste ich sie schon bald aussäen, was mir angesichts des dauergrauen Wetters aber als aussichtsloser Heroismus erscheint. Ich erinnere mich gut an die spillerigen Sämlinge von Tomaten, Kosmeen & Co. im letzten Frühjahr, als sich die Sonne kaum sehen ließ.

Kleine Tierchen…

Donnerstag, 19. Februar 2009

…suchen nicht nur den Garten heim, sondern mitunter auch die Gärtnerin. Hier also ein Lebenszeichen aus den Zeiten der Bronchitis: Ich lebe noch, blogge noch und werde hoffentlich auch bald wieder gärtnern, so der Winter irgendwann ein Ende nimmt. Zumindest frustriert es weniger, die meiste Zeit fiebrig unter einem Stapel Wolldecken auf den Sofa zu liegen, wenn draußen alles unter Schnee liegt. Machen könnte ich im Garten schließlich jetzt beim besten Willen nichts.

Grow your own

Mittwoch, 11. Februar 2009

So heißt der Mega-Trend in Großbritannien, wo mittlerweile deutlich mehr Gemüsesamen verkauft werden als Blumensaaten. Auch in den USA sollen, nicht zuletzt im Zuge der Wirtschaftskrise, im letzten Sommer manche Saatguthersteller  bei Karotten & Co. vorzeitig ausverkauft gewesen sein.

Wie Ihr Euch denken könnt, musste natürlich auch ich mit essbarem Grünzeug experimentieren. Von der wild wuchernden Topinambur habe ich ja schon berichtet; mittlerweile habe ich eine Pflanze abgeerntet (bei dem Dauerfrost gab es nicht viel Gelegenheit) und stolze 950 Gramm zu einer fantastischen Cremesuppe verarbeitet. Sehr zu empfehlen, Anbau wie Kochrezept sind absolut idiotensicher. Aufwändig ist nur das Schälen der knubbeligen Knollen.

Zu den Waffen!

Montag, 02. Februar 2009

Eigentlich dachte ich ja, unsere Nachbarschaft bestünde ausschließlich aus freiberufelnden Yuppies (spießig) und jungen Familien (auch spießig). Aber ich habe mich getäuscht: Auch hinter Natursteinfassaden haust mitunter ein revolutionärer Geist. Und manch ehrbare Mutter, die nachmittags ihre Kinder zum Chorsingen chauffiert, greift bei Einbruch der Dämmerung zur Waffe, um die Welt zu verbessern. Nein, keine AK-47. Sondern Schaufel und Gießkanne.

Wenn es irgendeinen Zweifel geben kann, dass Guerilla Gardening allmählich zum Breitensport wird, so dürfte das Beispiel A. ihn ausräumen. A., katholisch, Mutter dreier reizender Töchter, eröffnete mir neulich, sie habe gemeinsam mit der Mutter von Nachbarin M. ein paar hundert Blumenzwiebeln im Grünstreifen vor ihrer Häuserreihe vergraben. Hunderte Blumen-zwiebeln! Das hat mir imponiert.