Frühlings-Fluchten

Ist dieser Blog vom Grauschimmel befallen? Die Gärtnerin verschollen? Keine Angst, so weit ist es noch nicht, auch wenn ich übelsten Gewissens feststelle, dass ich fast einen Monat lang nichts gepostet habe. Eine Todsünde in der Blogosphäre, ich weiß. Bitte verzeiht!

Aber ich hatte mich zwischenzeitlich aus dem grauen, nassen, kalten Berliner Pseudofrühling nach Kreta abgesetzt, nicht zuletzt, um dort meine malträtierten Atemwege ein bisschen zu kurieren. Geregnet hat’s dort zwar auch reichlich, aber immerhin war der Frühling schon auf ganzer Linie ausgebrochen. 

Was für Farben, welch eine Wohltat! Gelbe Teppiche in den Olivenhainen, knallbunte Blumenwiesen vor schneebedeckter Bergkulisse, Schluchten erfüllt von Vogelgezwitscher - die Insel ist atemberaubend schön. Oder wäre es, hätten nicht augenscheinlich alle Kreter die Ärmel hochgekrempelt, um ihre Heimat möglichst systematisch und effektiv zu verschandeln. In abgelegene Berghänge gefräste, schon bei Fertigstellung erodierende Pisten, Silos und Öltanks an strategisch schönen Stellen, Hotels, Pensionen, Tavernen - ach lassen wir das, es ist doch immer dasselbe Lied, siehe Sizilien.

Als halbe Griechin darf ich meinen Semi-Landsleuten aber vielleicht einen Rat geben: Wenn schon bauen, dann so, dass es dem Auge nicht weh tut. Klare Linien statt verschachtelter Baukörper, rechte Winkel statt unmotivierter Bögen und Arkaden, und, bitte, müssen denn immer Stahlträger aus den Flachdächern ragen? Und wie wär’s statt dessen mal mit einem schönen GARTEN?

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