Archiv für Juni 2009

Gemüse-Lektionen

Freitag, 26. Juni 2009

Dieses Jahr wird ein Salatjahr. Und ein Erbsenjahr. Ganz im Gegenteil zur letzten Saison, als meine Lollo Rosso-Pflänzchen von der erbarmungslosen Juni-Sonne versengt wurden und die vergilbenden Erbsenranken nur ein oder zwei Handvoll Schoten lieferten. Da halfen auch Gießkanne und Schattiervlies nicht viel.

Nun aber essen wir seit Wochen pausenlos unseren eigenen Salat. Fast öfter als mir lieb ist, ehrlich gesagt. Aber man kann ihn ja nicht einfach stehen und Blüten treiben lassen! Besonders reichlich ernten wir übrigens die bei uns erst seit kurzem bekannten Asia-Salate. Sie tragen Namen wie japanische Geishas: Mizuna, Komatsuna, Mibuna, und sind für Gemüseanfänger wie mich ideal. Ich habe sie im April gesät, und erst jetzt geht der Vorrat allmählich zur Neige, da sie schneller schießen, als ich sie abernten kann. Denn man schneidet immer nur einzelne Blätter, so dass die unverwüstlichen Pflanzen - es sind allesamt Angehörige der Gattung Brassica, also Kohlgewächse – nachwachsen können. 

Auf Schnäppchenjagd

Dienstag, 16. Juni 2009

Was Pflanzen angeht, bin ich ja nicht nur ein Fashion Victim. Sondern, viel schlimmer: Ich kann an keinem Schnäppchen vorbeigehen. Natürlich weiß ich, dass die Billigware oft kränkelt und nicht gut anwächst. Von der Ökobilanz ganz zu schweigen: Wahrscheinlich sind die Pflanzen aus dem Baumarkt oder vom Discounter mit hohem Energie- und Chemieaufwand im beheizten Treibhaus herangezogen worden, womöglich unter Einsatz ausgebeuteter Arbeitskräfte in Niedriglohnländern. Und die Setzlinge wurzeln bestimmt in Substrat, das einmal ein baltisches Hochmoor war. Ja, ja.

Aber da ist diese Befriedigung, so ein blässliches Pflänzchen, für weniger als einen Euro erworben, reanimiert und zu üppigem Wuchs überredet zu haben. Denn die Vorliebe für grüne Schnäppchen beruht ja nicht nur auf purer Lust am Beute machen, sondern trägt auch einen Anflug von Samaritertum in sich.

Offene Gärten

Dienstag, 09. Juni 2009

Am Wochenende war “Tag der offenen Gärten” in Berlin und Brandenburg; leider stand das Ereignis zumindest für mich unter einem schlechten Stern. Irene, meine jüngere Tochter, hatte Fieber, und das Wetter ließ sehr zu wünschen übrig. Als ich mich Sonntag früh dann doch zur Gartenbesichtigung aufmachte, regnete es in Strömen. Also wurde nichts aus der geplanten Radtour ins Berliner Umland. Stattdessen begnügte ich mich damit, vier Gärten im inneren Stadtbereich per U-Bahn und Bus zu besuchen, den Regenschirm im Anschlag.

Der Stolz der Gärtnerin

Dienstag, 02. Juni 2009

Samstag habe ich mich mit meiner frisch erworbenen Heckenschere – eine kleine, leichte, handbetriebene – erstmals daran gemacht, die Eibenhecke zu stutzen. Kein einfaches Unterfangen, wenn man im Staudenbeet immer nur ein paar Quadratzentimeter Manövrierfläche hat (und obendrein im 7. Monat schwanger ist). Ich hatte das Ereignis deshalb eine Weile vor mir hergeschoben, doch nun verschwanden die ersten Stauden im frischen Grün der unbändig wachsenden Eiben. Aber ich muss sagen, ich kann über Ergebnis nicht meckern. Bilanz: Zwei Stunden, 13 Meter Hecke, zwei zertretene Cosmeen. Geht doch!

Überhaupt bin ich derzeit mit mir und meinem Garten sehr zufrieden. Manchmal, muss ich zugeben, packt mich richtiggehend der Stolz: Kann das wirklich mein Garten sein? Sieht nicht die eine oder andere Pflanzenkombination aus wie die Hochglanzfotos in meinen britischen Gartenmagazinen? Wahnsinn!