Reise nach Schwerin
Natürlich musste ich mir die diesjährige Bundesgartenschau in Schwerin ansehen, auch wenn der Besuch jetzt im 8. Monat ein wenig beschwerlich war. Hat sich die Reise gelohnt? Schwer zu sagen.
Spektakulär war auf jeden Fall die Lage der Schauflächen am See und rings um das Schweriner Schloss, das es an romantischer Ausstrahlung locker mit Neuschwanstein aufnehmen kann. Doch gerade in diesem Setting lag der Keim der Enttäuschung: An diesem historischen Ort ging es natürlich in erster Linie um die Wiederherstellung alter Parkanlagen und um eher geometrisch-formale Pflanzungen. Und die entsprechen nun einmal nicht so ganz meinem Geschmack.
Dabei sahen manche Staudenrabatten wirklich gut aus; gefallen hat mir insbesondere der “Garten des 21. Jahrhunderts”. Er befindet sich auf einem schwimmenden Ponton im See, ist teils mit Rasen (zwei Grasmischungen in verschiedenen Grüntönen - nette Idee), teils mit grünem Glassplitt bedeckt. Dazwischen liegen tropfenförmige Beete mit Gräsern und sehr hübschen Staudenkombinationen. Denen allerdrings sah man an, dass die Beete nicht für die Ewigkeit geplant sind: trockenheitsverträgliche Gräser und Zierlauch mit feuchtigkeitsliebendem Blutweiderich kombiniert – wie soll das auf Dauer gut gehen?
Gemessen an der letzten BuGa in Gera und Ronneburg wirkten die meisten Pflanzungen allerdings ziemlich konventionell; so richtige “Wow”-Effekte habe ich nicht erlebt. Aber vielleicht ist der Vergleich ja auch ungerecht, und die damaligen wildhaften Staudenrabatten in der atemberaubend-beklemmenden Bergbaufolgelandschaft Thüringens sind einfach nicht zu toppen. Fazit: Zwei Stunden Zugfahrt nach Schwerin sind grenzwertig – aber wer ohnehin in der Nähe ist, sollte sich die Gärten mit Schlossblick (oder den Schlossblick mit Gärten…) nicht entgehen lassen.
13. August 2009 um 15:24
Schwerin ist doch gar nichts. Fahr mal nach Versailles!
13. August 2009 um 15:27
… oder, etwas bescheidener, in unseren Innsbrucker Hofgarten, wer den kennt. Habe nie verstanden, warum der so formal neu angelegt werden musste.
Grüße über’s Gebirg!