Vergesst Spinat!
Die letzten Salatblätter sind bald gepflückt (aus Platzgründen wird es bei mir leider nie etwas aus den monatlichen Folgesaaten), doch nun reift endlich die Haupternte im Gemüsebeet heran. Lange genug hat es
dieses Jahr gedauert - wohl eine Folge des kühlen Frühlings.
Wenn ich ehrlich sein soll, ist die heimische Gemüseanzucht natürlich ein Zuschussgeschäft: So billig wie das Zeug vom Discounter kann keine im Hausgarten gehegte und gepflegte Zucchini oder Tomate je sein. Und wenn ich noch ehrlicher sein soll, schmeckt das frisch im Beet geerntete Gemüse zwar oft, aber nicht immer besser als gekaufte Ware - schon allein deshalb, weil es immer eine vertrackte Sache ist, den richtigen Erntezeitpunkt abzupassen.
Und trotzdem ist es ein unvergleichliches Gefühl, vor die Tür zu treten und eine (natürlich schon wieder zu groß geratene) Zucchini für ein schnelles Pastagericht zu Mittag, eine Handvoll Cocktail-Tomaten für die Kinder zum Abendessen oder ein Pfund Mangold-Blätter für eine Quiche zu pflücken.
Überhaupt, der Mangold! Popeye kannte ihn vermutlich nicht, sonst hätte er sich nicht mit Spinat abgegeben. Cousin I. kannte ihn auch nicht, als er erfreut feststellte: “Du hast ja sogar Rhabarber!” Stimmt zwar, aber I. stand gerade vor dem rotstieligen Mangold…
Während ich mich an Spinat bislang nicht herangetraut habe, weil es heißt, dass er bei warmem Wetter im Handumdrehen schieße, ist Mangold die absolute Anfängerpflanze. Er gedeiht wie Unkraut und lässt sich von Schnecken zwar anfressen, jedoch nicht in seinem Wachstumsdrang bremsen. Er ist relativ frosthart und liefert bis weit in den Winter hinein frische grüne Blätter, die ich genau wie Spinat verwende. Vor allem aber ist er schön, insbesondere die buntstieligen Sorten. Eine echte Dual-Use-Pflanze also, ideal für den kleinen Garten. Und da kann der Discounter dann doch nicht mithalten.