Gemüse-Frustrationen

Habe ich in meinem letzten Eintrag von den Freuden des Gemüsegärtnerns berichtet, so geht es nun um deren Gegenteil. Denn natürlich bereitet der Anbau von Essbarem auch jede Menge Kummer. Da sind an erster Stelle die Schnecken, die sich über Salat, Radieschen und jungen Kohl hermachen; die Tauben, die fast alle Sauerkirschen weggepickt haben; die Heerschar der meist nicht näher identifizierten Raupen, Maden, Fliegen, deren gemeinsame Vorliebe darin besteht, in froher Erwartung heranreifendes Gemüse zu perforieren.

Dazu kam heute eine ganz neue Art der Sabotage: Der eigene Ehemann, der vom Einkaufen mit prall gefüllten Tüten voller Auberginen, Zucchinis, Tomaten zurückkehrte – genau jener Gemüsesorten also, die gerade erntereif im Garten auf ihre liebevolle Weiterverarbeitung warten. Kommentar auf meine leicht gereizte Nachfrage: “Kann ich doch nicht wissen!”

ja, ja ich weiß schon, Männer kommen vom Mars oder so, jedenfalls nicht aus dem Garten, Schwule und Briten vielleicht ausgenommen. Aber kann man aus dem Fenster schauen und nicht die Pracht der leuchtend roten Tomaten wahrnehmen? Ist es möglich zu glauben, eine Zucchini-Pflanze bringe nur eine einzige Frucht hervor (”dachte, die ist aufgegessen”)? Oder war die Einkaufstour ein mehr oder weniger subtiler Protest gegen meine Gartenleidenschaft? Schmeckt ihm womöglich mein Selbstgezogenes nicht? Lauter große Fragen. Vor allem aber: Wohin mit all den Auberginen?

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