BUGA-Nachlese

Gärtnerisch hat mich die diesjährige Bundesgartenschau in Schwerin ja schon nicht verzückt, nun ist mir auch noch eine Broschüre des BUND Mecklenburg-Vorpommern untergekommen, der die gärtnerische Leistungsschau als Ökosünde anprangert. Akribisch listen die Naturschützer auf, wo überall Bäume gefällt wurden (insgesamt rund 1000!), weil sie das Konzept störten, wo sensible Uferzonen geschädigt und naturnahes Dickicht zusammengestutzt wurde. Was für eine Perversion – der Garten als Naturkiller!

Dabei gab es auch in Schwerin ursprünglich Pläne, ähnlich wie vor zwei Jahren im Thüringer Tagebau-Revier aufgelassene Brachen zu rekultivieren – im Visier hatten die Planer das Gelände eines nicht mehr genutzten Güterbahnhofs. Doch gab man dieses Vorhaben alsbald aus Kostengründen auf, nicht ohne zuvor 85.000 Euro für einen Architekturwettbewerb verpulvert zu haben.

Mein Fazit: Große neue Grünanlagen zu schaffen, ist eine prima Sache – wenn sie denn dort entstehen, wo die Natur zuvor nicht zum Zuge kam. Beispiele dafür gibt es genug – die “Neue Landschaft” Ronneburg, aber auch den Riemer Park auf dem Gelände des ehemaligen Münchner Flughafens. Doch nur einen existierenden Park umzumodeln oder gar eine ökologisch wertvolle Landschaft zu massakrieren, ist alles andere als ein gärtnerisches Meisterstück. Ich hoffe sehr, das deutsche Gartengewerbe ist zu besseren Leistungen fähig!

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