Schwerstarbeit

Momentan muss ich mir die Zeit für den Garten stehlen, wenn zufällig mal beide Kleinen schlafen oder mein Gatte heroisch im Familieneinsatz ist. Viel gemacht habe ich also in den letzten Wochen nicht. Vorletzten Samstag versuchte ich, den Berg Blumenzwiebeln, den ich mal wieder in einem haltlosen Augenblick bei meinem Lieblingsdiscounter erworben hatte, abzutragen, bin aber nicht weit gekommen. In Gartenbüchern sieht das ja immer so einfach aus: Ein schönes tiefes Loch graben, Zwiebeln rein, Deckel zu.

Ja, so ging das bei mir auch, als der Garten noch spärlich bepflanzt und die Erde schön locker und krümelig war. Jetzt aber stellte es sich als Schwerstarbeit heraus, im zugewachsenen Vorgarten noch ein paar Tulpen und Narzissen zu versenken. Nicht nur, dass der Boden (es hatte noch nicht geregnet) knochentrocken und so hart war, dass ich einen Schlagbohrer hätte gebrauchen können. Sondern obendrein grub ich bei jedem Versuch, eine Zwiebel zu beerdigen, zwei andere vom letzten Jahr aus. Was für eine Sisyphus-Arbeit!

Zum Glück nahm mir mein Gatte dann eine andere Plackerei ab: Im Handumdrehen grub er zwei zu üppig wachsende Ligustersträucher aus, mit denen ich mich einen ganzen Nachmittag lang herumgequält hätte. Es ist schon erstaunlich, wie viel ein bisschen mehr Körperkraft bei der Gartenarbeit ausmacht… Ich musste das Geäst dann nur noch unter den staunenden Augen meiner Tochter Dora durch den Häcksler jagen (ein wunderbares Gerät, ich könnte nicht mehr ohne leben!), und - schwupps - hatte ich wieder drei Quadratmeter Platz zum Neubepflanzen. Dafür gebührt meinem Liebsten der große grüne Gartenorden!

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