Stoppt den Kleingarten-Kahlschlag!
Als Berlinerin ist man ja daran gewöhnt, nicht von dem fähigsten aller Apparate verwaltet zu werde, ich sage nur Spreedreieck, Wasserwerke, und, ach ja, Berliner Bank. Auch dass die Berliner Behörden nicht immer ein gutes Händchen für Grünanlagen besitzen, kann ich direkt vor meiner Haustür beobachten. Dort wurde ja ein alter Baumbestand abgeholzt, um Platz für einen repräsentativen Park zu schaffen. Seither beißt sich das Grünflächenamt die Zähne an der offenbar sehr anspruchsvollen Aufgabe aus, einen leidlich grünen Rasen anzulegen.
Aber die Meldung, die ich gestern auf Spiegel online las, übertraf dann doch alles, was ich unserem Senat so zugetraut hätte: 20 Prozent der Berliner Kleingärten sollen in den nächsten Jahren verschwinden, sie haben lediglich Bestandsschutz teils bis 2014, teils nur bis 2010. Dann sollen die Flächen verkauft und bebaut werden, wir haben hier ja nur ein paar Hunderttausend Quadratmeter Leerstand und die Immobilienfonds offenbar noch immer Geld zu versenken. Beschlossen wurde der Unfug übrigens bereits letztes Jahr, im Rahmen des so genannten Kleingartenentwicklungsplan. Ehrlicher wäre wohl: Abwicklungsplan.
Und das, wie der Kollege von Spiegel online richtig anmerkt, in Zeiten, da “Urban Farming” in aller Munde ist - zum Beispiel auf der Tagung “Urbane Landwirtschaft und Gärten” an der evangelischen Akademie in Tutzing übernächstes Wochenende. Aber Berlin ist eben immer etwas anders, arm, aber sexy und bisweilen bekloppt.
Also liebe Berliner Gartenfreunde und gärtnernden Berlinfreunde: Tut was! Protestiert! Schreibt eine gepfefferte Mail oder noch besser einen richtigen papierenen Brief an unsere Stadtentwicklungssenatorin, ja, die mit dem Doppelnamen. Auch wenn Ihr Kleingärten für spießig haltet und Gartenzwerge hasst, denkt dran: Wo einmal eine Lochfassade steht, wächst kein Gras mehr! Und auch sonst nix.
02. März 2010 um 16:52
Hallo, ich moechte darueber einige Zeilen in unserem franzoesischen Magazin schreiben. Ist was neues passiert ? Sind schon einige Schrebergarten bedroht ?
Vielen Dank fuer Ihre Antwort.
Veronique Buthod