Gemein!

Normalerweise sorgt der morgendliche Gartenrundgang für einen fröhlichen Start in den Tag. Manchmal aber kann er mir auch nachhaltig die Laune verderben. Gestern zum Beispiel entdeckte ich drei kleine, unauffällige Kuhlen im Staudenbeet. Auffällig war bloß, dass sie sich an eben der Stelle befanden, wo ich zehn Tage zuvor Winterlinge gesetzt hatte.

Ich grub nach und fand meine Befürchtung bestätigt. Besser gesagt: Ich fand – nichts. Keine einzige der kleinen, braunen Knollen war übrig geblieben. Es müssen Mäuse gewesen sein.

So eine Gemeinheit! Da hat man voll Vorfreue Winterlinge gekauft, die Knollen über Nacht eingeweicht und sorgfältig gepflanzt. Und dann das! Läuse und Mehltaupilze sind ja schon schlimm genug. Aber sie geben Dir wenigstens eine Chance: Die Pflanze existiert noch, Du kannst um sie kämpfen. Dagegen hinterlässt die totale Vernichtung, zu der Mäuse und Schnecken, vermutlich auch Kaninchen und anderes, eher ländliches Großwild fähig sind, den Gärtner rat- und hilflos.

Nichts bleibt als Enttäuschung und der trotzige Vorsatz, es im nächsten Jahr wieder zu versuchen. Den halben Vormittag lang konstruierte ich im Geiste mäusesichere Drahtvorrichtungen zum Schutz von Blumenzwiebeln. Schließlich bin ich von Haus aus ja Ingenieurin. Meine gute Laune stellte sich trotzdem erst nach Stunden wieder ein.

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