Nach dem Lichtverzicht
So heißt eine Gedichtzeile von Paul Celan, von dem sich meine Freundin Mechtild van Ahlers gern inspirieren lässt. Mechtild liebt Blumen und besitzt sogar einen kleinen Garten in einem Kreuzberger Hinterhof. Eine
passionierte Gärtnerin ist sie dennoch nicht, dafür eine ausgezeichnete Malerin. Gerade jetzt, wo die Sonne nach so langem Wintergrau fast schmerzlich ins Auge sticht, geben ihre nach Celan gemalten Bilder die Stimmung passend wieder.
Denn das plötzlich erstrahlende Licht des Frühlings bringt, findet Mechtild, ja nicht nur Erfreuliches zutage: Auch der lange verborgene Unrat des Winters wird schnonungslos ausgeleuchtet. In meinem Garten zum Beispiel stechen nun unübersehbar die traurigen Skelette der erfrorenen Pflanzen ins Auge, die noch vor zwei, drei Wochen einen Funken Leben in sich zu haben schienen.
Aber zugleich bestrahlt das wiedergewonnene Licht die ersten Blüten, bringt die so lange vermissten Farben zum Leuchten, und
diese Ambivalenz versucht Mechtild in ihren Bildern einzufangen. Eine ihrer Serien heißt “Die Hängenden Gärten”, und obwohl Mechtild nicht gegenständlich malt, meint man doch, hier und da eine Blume, einen Käfer oder Schmetterling zu entdecken. Wer in Berlin ist und Lust hat, kann sich ein paar ihrer Arbeiten bis zum 2. Mai in der Jüdischen Galerie in der Oranienstraße anschauen.
13. April 2010 um 09:31
Sehr ansprechend, die Bilder der Frau von Ahlers. Wie kann man Kontakt zur Künstlerin aufnehmen?
06. Mai 2010 um 11:32
[...] und im kalten, grauen Berlin Sehnsucht nach leuchtenden Farben verspürt, kann ab morgen die “Hängenden Gärten” meiner Freundin Mechtild van Ahlers in einer Ausstellung der Galerie Art Private Room in der [...]