Hilfe, Topinambur!

Es gibt Gemüse, das vorzüglich schmeckt, aber trotzdem zum Alptraum werden kann. Topinambur zum Beispiel. Wer hat eigentlich behauptet, dass eine Staude durchschnittlich 12 bis 15 Knollen produziert, wie in Gartenbüchern zu lesen ist? Ich habe gestern die zweite meiner beiden Pflanzen gerodet und einen ganzen Eimer voller Knollen in den Keller geschleppt. Was um alle Welt soll ich damit anstellen? Im Kühlschrank gammelt noch mindestens ein Kilo Knollen der ersten Staude vor sich hin.

Mein Repertoire an Topinambur-Rezepten ist doch recht begrenzt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Knollen in größeren Mengen vertilgt nicht so gut verdaulich sind – der darin enthaltene Zucker Inulin macht Blähungen. Trotzdem, wer leckere Rezepte kennt - her damit!

Und kennt Ihr Hopfenspargel?  Das ist ein altes Gemüse, das in keinem Laden zu finden ist. Es handelt sich um die jungen, zarten Triebe des Hopfens, die man ähnlich zubereiten kann wie Spargel. Traditionell werden sie wie dieser gebleicht. Das habe ich verpasst, trotzdem haben die Sprossen – zubereitet als Frittata – sehr gut gemundet. Beim Ernten habe ich allerdings erst bemerkt, welche Dimensionen meine gelblaubige Hopfenstaude (Humulus lupulus “Aureus”) angenommen hatte. Dass sie ein wenig zu wuchern begann, war mir nicht entgangen, deshalb war ich ja auf die Idee verfallen, einen Teil der Triebe aufzuessen.

Nun aber entdeckte ich, dass der Goldhopfen nicht nur Dutzende von Trieben besaß, sondern auch noch Ausläufer nach nebenan schickte, dick und zäh wie Erdkabel. Da unsere Nachbarn K. und K. nicht ganz so kundige Gärtner sind, schwante mir Schlimmes: Unerkannt und unbekämpft würde der Hopfen von dort aus mein Spalier überwuchern, die Clematis erdrosseln, und ich wäre machtlos.

Präventiv rodete ich also die Staude, ein wahrhaft harter Kampf, riss, soweit möglich, alle Erdkabel aus dem Boden und pflanzte nur einen winzigen Ausläufer wieder ein. Ich kann nur vor dem Goldhopfen warnen, so hübsch und schmackhaft er auch ist. Wenn Ihr nicht ein ganzes Haus beranken wollt, Finger weg! Eigentlich sind gelblaubige Sorten ja weniger vital, beim Goldhopfen ist diese Botschaft aber wohl nicht angekommen…

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