Archiv für Mai 2010

Von der Geduld

Montag, 24. Mai 2010

Klar, dass Geduld die wichtigste Tugend des Gärtners ist. Oder nicht? In englischen Gartenbüchern findet man mindestens so häufig den Ratschlag, sich nicht zu lange mit kümmernden Pflanzen abzugeben. Was nicht wachsen will, soll willigeren Gewächsen weichen. “Be ruthless”, lautet die Devise.

Irgendwo zwischen diesen Polen trudelt wohl ein jeder Gärtner. Ich selbst neige eher dem ersten zu, aber nicht so sehr aus Gelassenheit. Das Etikett “Geduldsmensch” kann ich mir nicht wirklich anheften. Eher habe ich zu viele andere Dinge zu tun, als dass ich mich durchringen könnte, endlich diese oder jene enttäuschende Pflanze umzusetzen. Was heißt umsetzen – dazu müsste ich ja Platz haben. Und natürlich hasse ich es, lebende Pflanzen dem Kompost zu überantworten. Auch da stehe ich übrigens mittlerweile vor einem Platzproblem: Das Silo ist randvoll…

Ein Hauch von Hysterie

Donnerstag, 13. Mai 2010

Gut, dass ich derzeit kaum vom Schreibtisch wegkomme, sonst würde mich der ausbleibende Frühling schwer frustrieren. Immerhin konserviert das kühle Wetter die meisten Blüten: Wo die Camassias letztes Jahrbinnen Tagen verwelkt waren, zeigen sie nun schon eine ganze Weile ihre zartblauen Sternchenblüten, die gut mit den blassrosa, gefüllten Tulpen “Angélique” harmonieren. Auch sie und andere späte Tulpen bleiben taufrisch.

Verwelkt ist allerdings nun der letzte Strauß  ”Prinses Irene” auf meinem Schreibtisch, ebenfalls eine meiner Tulpen-Favoritinnen, Nicht nur, weil meine jüngere Tochter auch Irene heißt (allerdings keine Prinzessin, sondern eine Diktatorin ist), sondern auch wegen ihrer ungewöhnlichen Färbung: leuchtend orange und außen mit violetten Flammen überhaucht. Ein fantastischer Komplementär-kontrast. Im Garten kann ich die Prinzessin allerdings nirgendwo vernünftig kombinieren, deshalb pflanze ich sie als Schnittblume im Gemüsebeet - was für ein Luxus!

Lichtverzicht II

Donnerstag, 06. Mai 2010

Wer Zeit und Lust hat und im kalten, grauen Berlin Sehnsucht nach leuchtenden Farben verspürt, kann ab morgen die “Hängenden Gärten” meiner Freundin Mechtild van Ahlers in einer Ausstellung der Galerie Art Private Room in der Brunnenstraße 177 (Nähe Rosenthaler Platz) bewundern. Vernissage ist Freitag, 7. Mai um 19 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 30. Mai jeweils dienstags bis samstags von 13.30 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 19 Uhr zu sehen.

Prima Idee

Dienstag, 04. Mai 2010

Wer als Innenstadtbewohner nicht das Glück hat, wie ich einen Zentralgarten zu bestellen, dem blieb bislang allenfalls die Option, sich um einen Schrebergarten zu bewerben. Für viel beschäftigte Zeitgenossen dürfte das aber wenig praktikabel sein (von dem ganzen antiquierten Reglement mal abgesehen), denn wer kann schon bei heißem Wetter täglich eine halbe Stunde oder so unterwegs sein, um das Gemüse zu gießen?

Nun gibt es hier in Berlin ein Projekt, das einen eleganten Kompromiss darstellt: Beim “Bauerngarten Berlin” kann man zum Saisonbeginn eine fertig mit allerlei Gemüsen bepflanzte Parzelle am Stadtrand pachten und sich dann der weiteren Pflege widmen – und natürlich dem Ernten. Wer gerade keine Zeit hat, muss nicht um das Leben seiner Zucchinis zittern, denn die Initiatoren sorgen für die Bewässerung.