Archiv für Juli 2010

Ab in den Urlaub!

Freitag, 16. Juli 2010

Jetzt melde ich mich für zwei Wochen ab, verlasse meinen dürstenden Garten mit einem mulmigen Gefühl im Bauch und hoffe, dass die französische Familie, mit der wir Häuser tauschen, sich der Pflanzen erbarmt. So kann ich mich nur halb auf die Ferien in der Normandie freuen, obwohl es da ein wenig frischer ist als hier und natürlich auch einige Gärten auf meinem Programm stehen: Unbedingt will ich Monets berühmten Garten in Giverny sehen. Noch gespannter bin ich auf den in den Magazinen gefeierten “Jardin de la Plume”, der offenbar Maßstäbe bei der Verwendung von Gräsern und Präriestauden gesetzt hat. Schönen Sommer allerseits!

Party Crasher

Donnerstag, 15. Juli 2010

Erinnert Ihr Euch an die schrille Blonde, die es ohne Einladung auf Obamas Empfang im Weißen Haus geschafft hat? Ebenso rätselhaft ist für mich das Auftauchen einiger Gäste in meinen Beeten. Wohlgemerkt, ich rede nicht von Unkräutern, sondern von ausgewiesenen Gartengewächsen, die ich jedoch weder gesät noch gepflanzt noch sonstwie wissentlich eingebracht habe. Auch auf den ja eher trostlosen Nachbargrundstücken kommen sie definitiv nicht vor.

Da waren zum Beipiel die seltsamen Halme, die mir schon letztes Jahr auffielen, weil sie irgendwie nicht unkrautig aussahen. Vielmehr erinnerten sie mich vage an jene Tradescantien, die meine Oma vor Urzeiten aus Teneriffa mitgebracht hatte. Ich ließ das Pflänzchen also stehen und vergaß es. Dieses Jahr war es wieder da und kräftig gewachsen. Und siehe da: Ich lag richtig. Es handelt sich tatsächlich um eine Tradescantie, natürlich keine dieser aus der Mode gekommenen violetten Blattpflanzen für die Fensterbank, sondern um eine Gartenhybride mit lila Blüten.

Teamspieler

Montag, 05. Juli 2010

Die Fußball-WM zeigt es überdeutlich: Die Stars allein bringen es nicht - wenn überhaupt. Um zur Geltung zu kommen, brauchen sie ein funktionierendes Team, und mitunter entpuppen sich solide, aber stets übersehene Teamspieler als die eigentlichen Stars auf dem Rasen. Arne Friedrich, zum Beispiel.

Genauso geht es den floralen Akteuren im (bei mir ja ganz und gar rasenfreien) Garten. Frauenmantel? Igitt, wie gewöhnlich! Den hat doch wirklich jeder! Und ich sage Euch: Zum Glück! Denn Alchemilla mollis (meinetwegen auch A. erythropoda) ist schlicht und einfach eine Schönheit, ganz gleich, ob man ihre grüngelben Schleier aus der Ferne genießt oder die eigentümlichen Sternchenblüten aus der Nähe betrachtet.  Und diese Staude wächst nur deshalb überall, weil sie eben so robust, zuverlässig, absolut zickenfrei und obendrein schneckenfest ist. Ich glaube, ich habe noch nie einen Schädling auf Alchemilla gesehen.

Rote Hähne, weiße Lilien

Freitag, 02. Juli 2010

Wenn der “rote Hahn” auf dem Dach sitzt, ist das seit alters her ein Fall für die Feuerwehr. Im Garten verhält es sich nicht anders: Wenn das lackrote Lilienhähnchen in Erscheinung tritt, muss man handeln. Schnell.

Leicht fällt das nicht, denn das Lilienhähnchen ist so ziemlich der hübscheste Käfer, den ich kenne. Trotzdem darf man keine Gnade walten lassen. Denn nicht nur nagt das Krabbeltier selbst an Lilienblättern, sondern, schlimmer noch, es hinterlässt viele, viele orangefarbene Eierchen, aus denen sehr, sehr hungrige Maden schlüpfen. Beginnt man nicht spätetens jetzt mit regelmäßigen Razzien, ist es um die Lilie geschehen.