Teamspieler

Die Fußball-WM zeigt es überdeutlich: Die Stars allein bringen es nicht - wenn überhaupt. Um zur Geltung zu kommen, brauchen sie ein funktionierendes Team, und mitunter entpuppen sich solide, aber stets übersehene Teamspieler als die eigentlichen Stars auf dem Rasen. Arne Friedrich, zum Beispiel.

Genauso geht es den floralen Akteuren im (bei mir ja ganz und gar rasenfreien) Garten. Frauenmantel? Igitt, wie gewöhnlich! Den hat doch wirklich jeder! Und ich sage Euch: Zum Glück! Denn Alchemilla mollis (meinetwegen auch A. erythropoda) ist schlicht und einfach eine Schönheit, ganz gleich, ob man ihre grüngelben Schleier aus der Ferne genießt oder die eigentümlichen Sternchenblüten aus der Nähe betrachtet.  Und diese Staude wächst nur deshalb überall, weil sie eben so robust, zuverlässig, absolut zickenfrei und obendrein schneckenfest ist. Ich glaube, ich habe noch nie einen Schädling auf Alchemilla gesehen.

Das hat sie gemeinsam mit dem Storchenschnabel, bei mir zum Beispiel die Geranium-Sorten “Sirak” und “Rosemoor”. Sie sind ebenfalls exzellente Teamspieler und passen prima zum Frauenmantel. Perfekt wird das Bild, wenn sich jetzt auch noch ein ausgewiesener Star dazu gesellt, zum Beispiel eine Hosta. Natürlich wirken Funkien immer eindrucksvoll, aber umschmeichelt und umwoben von Frauenmantel-Kaskaden sieht meine Hosta sieboldiana “Elegans”, deren Blätter je nach Lichteinfall wie Türkis oder Malachit schimmern, einfach unwiderstehlich aus. Eine perfekte Kombination jenseits des Rasens!

2 Antworten zu “Teamspieler”

  1. Rita sagt:

    Eine tolle Idee, die derzeitige Fußballeuphorie mal auf den Garten zu übertragen, denn es passt genau. Stars im Beet mag ich gar nicht so sehr, denn sie sind meist nur von kurzer Dauer und müssen ständig mit Rückschnitt, Kompost und Wassergaben hofiert werden. Dagegen darf sich der Frauenmantel fast überall bei mir aussäen, kommt aber nur im Team und auf der richtigen Position zur Geltung, auch wenn das häufig im Abseits, sprich im Schatten ist. An den sonnigen Beeträndern ist er mir inzwischen längst verbrannt, doch ich weiß, dass er im September noch mal wiederkommen wird. Im Halbschatten, dicht verwoben mit blauem Storchschnabel hält er sich tapfer, und die Kombination mit blauer Hosta muss ich mir unbedingt fürs nächste Frühjahr vormerken.
    Sonnige Grüße
    Rita

  2. Zentralgaertnerin sagt:

    Ja, genug Feuchtigkeit braucht der Frauenmantel schon, das habe ich unterschlagen. Auch in meinem sonnengegrillten Vorgarten leidet er schwer, überlebt aber und versucht es hartnäckig jedes Jahr wieder.

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