Alles ist gut
So, nach allerlei Trara und mit etwas Verspätung (dank Easyjet, die derzeit offenbar ganz gern mal Flüge ausfallen lassen) wieder im Lande. Natürlich bin ich sofort in den Garten gerannt. In Anbetracht der Hitze,
die hier in Berlin während unserer Abwesenheit herrschte, sah alles auf den ersten Blick erstaunlich gut aus. Pierre und Nadine, die bei uns mit ihren vier Kindern den Urlaub verbrachten, haben meine Pflanzen gut gehütet und fleißig gewässert. Im Gegenzug lagen wir in ihrem parkartigen Garten zumeist auf der faulen Haut, weil in der Normandie hin und wieder mal ein Schauer niederging, und labten uns an Himbeeren und den ersten reifen Birnen. Nur mit dem rasant schießenden Salat konnten wir trotz eifrigem Grünzeugverzehr nicht mithalten.
Derweil schwoll in meinem Gemüsebeet eine Zucchini zum Baseballschläger an, während die drei (!) Früchte, die mein neu gepflanzter Feigenbaum zu meiner Begeisterung angesetzt hat, noch wenig größer als Stecknadelköpfe sind. Auf der Sollseite stehen: 1 Süßkraut (vertrocknet), 1 Dahlie (dito), 1 Wachsglöckchen (Todesursache unbekannt, vielleicht Schnecken?).
Aber ich will Euch nicht länger mit heimischen Malaisen nerven, wo ich doch weiß, dass Ihr auf meine Eindrücke aus normannischen Gärten wartet. Vorweg: Wer bislang nur von Gartenreisen nach Sissinghurst und Hidcote träumte, sollte umdenken. Denn die Normandie ist ebenso gespickt mit sensationellen Gärten und mit einem mild-feuchten Klima gesegnet wie Südengland, bietet aber definitiv besseres Essen, niedrigere Preise und viel Cidre.
Mein Lieblingsgarten? Schwer zu sagen. Den Jardin Plume kannte ich schon von Fotos, sonst wäre ich vermutlich überwältigt gewesen. Giverny? Schön, aber hektisch. Ich glaube, am meisten begeistert hat mich der Besuch in Vendreuve mit seinen verrückten Wasserspielen und dem spannungsreichen Kontrast von Wildwuchs und formalen Bereichen. Mehr Details und Bilder in den nächsten Tagen, wenn ich mich wieder richtig eingelebt habe!
05. August 2010 um 15:06
Hallo Zentralgärtnerin,
das hört sich nach einem tollen Urlaub an. Es gibt ja doch noch interessante Gegenden in Europa, wo man auch im Hochsommer hinfahren kann. Die Gärten der Normandie stehen schon lange auf meiner Wunschliste, doch leider konnte ich meinen Mann bisher nicht davon überzeugen. Ich habe gerade den Jardin Plume ausführlich studiert. Der erste (für mich abschreckende ) Eindruck eines formalen und sehr bunten Gartens wird durch die nachfolgenden Bilder ja schnell revidiert. Waren die Gräserbeete schon sehenswert? Sehen ja fast noch besser als aus beim Oudolf persönlich.
Meine bescheidenen Selbstversorgeransprüche waren dieses Jahr zum ersten Mal von Erfolg gekrönt, nachdem ich die zahlreichen mickernden Ruccolasämlinge endlich mal vom halbschattigen in ein vollsonniges neues Beet mit fettem Kompost umgesetzt habe. Dort sind sie trotz Trockenheit förmlich explodiert, und im Urlaub, den wir in unserem Wochenendhaus verbracht haben, wurde jedes Abendessen damit angereichert. Jetzt muss ich erst mal wieder neues Basilikum-Olivenöl besorgen…
Viele Grüße
Rita
07. August 2010 um 20:50
@ Rita: Die beste Zeit für die Gräser ist sicherlich später im Jahr, so ab September. Aber der Garten ist so angelegt, dass er immer etwas zu bieten hat. Kannst Du Deinen Mann nicht mit Camembert oder Calvados locken? Oder tollen Stränden und der Kathedrale von Rouen (die leider gerade teilweise hinter Gerüsten versteckt ist)?
09. August 2010 um 10:34
@zentralgärtnerin
Ich arbeite dran. Irgendwann wird es schon klappen und dann auch eher im September, da mein Garten im Hochsommer ohne Wässern vertrocknen würde und ich leider keine Haustauschpartner habe..
Das Essen und Trinken in Frankreich ist ja sowieso ein unschlagbares Argument.