Naturnahe Rosen

Gerade hatte ich das Vergnügen, für ein Naturgarten-Special von “Flora” wieder einmal mit Reinhard Witt zu reden, dem Pionier der deutschen Naturgarten-Bewegung und Gründer des Vereins “Naturgarten eV“. Vor Jahren hatte ich seinen Garten, damals für einen Artikel im Greenpeace-Magazin, besucht und war fasziniert wie Alice im Wunderland.

Nun ist Reinhard Witt ein ziemlich strenger Apologet heimischer Wildpflanzen und würde über meine Staudenbeete, in denen derzeit Duftnesseln und Wasserdost aus der amerikanischen Prärie dominieren, sicher die Nase rümpfen. In unseren Zielen und der Liebe zur Natur im Garten stimmen wir dennoch überein, und ich muss zugeben, dass heimische Wildpflanzen es an Pracht durchaus mit allerlei Gartenhybriden aufnehmen können: Star meines Gartens im Frühsommer war eine übermannshohe schlichte Malve (Malva sylvestris), die ich als Sämling aus dem Garten eines Ferienhauses in Mecklenburg mitgebracht hatte.

Nun hat Reinhard Witt ein neues Buch geschrieben und mir freundlicherweise ein Exemplar geschickt. Es geht um “Naturnahe Gartenrosen” und erforscht den ästhetischen und ökologischen Wert der Königin aller Blumen – und zwar nicht nur der Wildformen, sondern auch vieler Gartenrosen. Besonders überrascht hat mich beim Blättern, dass keineswegs alle gefüllten Sorten arm an Hagebutten sind. Es gibt vielmehr eine ganze Reihe überaus romantisch wirkender, halb oder dicht gefüllter und obendrein duftender Rosen, die im Herbst mit reichem Fruchtschmuck aufwarten – und zwar quer durch alle Gruppen. Darunter sind zum Beispiel der Rambler “Paul’s Himalayan Musk”, die moderne Kleinstrauchrose “Lovely Meidiland”, die alte Alba-Rose “Suaveolens” oder die Multiflora-Hybride “Gilda”. Wer also nach der Rose fahndet, die alle Wünsche erfüllt, für den lohnt sich ein Blick in dieses Buch.

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