Kleine Kostbarkeit
Bleiben wir bei den etwas merkwürdigeren Gestalten aus dem Reiche Floras. Im Farbdesign der von mir geschmähten Aristolochia nicht unähnlich, aber ein harmloser Gartengast, ist die Krötenlilie (Tricyrtis hirta).
Manche vergleichen ihre kleinen, gesprenkelten Blüten mit denen einer Orchidee, was mir allerdings etwas überzogen erscheint. Trotz ihres Namens hat sie auch mit einer Lilie wenig Ähnlichkeit; ihre sternförmigen Blüten mit dem herausragenden Stempel wirken jedenfalls attraktiv und interessant, wenn auch vielleicht nicht wahrhaft schön.
Diese aus Japan stammende Pflanze gehört zu den Gewächsen, bei denen ich mir es trotz Überfüllung meines Gartens nicht verkneifen konnte, sie einmal auszuprobieren - nur, um zu sehen, wie sie wohl in natura aussieht. Große Hoffnungen hatte ich mir nicht gemacht, schließlich ist Tricyrtis eine klassische “woodland species” und benötigt einen feuchten, humosen, schattigen Luxusstandort. Eine Diva, dachte ich.
Umso mehr freute ich mich, am einzigen Trieb meiner Staude ein Knospenbüschel auszumachen – im ersten Jahr hatte ich gar nicht damit gerechnet. Doch das Krötengesicht öffnete eine gefleckte Blüte nach der anderen, seit Wochen schon, und erst der Frost wird dem Schauspiel wohl ein Ende bereiten. Denn nun zeigen sich auch in jeder Blattachsel der etwa 60 Zentimeter hohen Pflanze neue Knospenbüschel. Unglaublich, wie vital diese Krötenlilie trotz ihrer exotischen Erscheinung ist! Es lohnt sich halt immer zu experimentieren…
20. Oktober 2010 um 12:42
Sehr schön, die Krötenlilie habe ich bis dato noch nie zu Gesicht bekommen. Zwar sehe ich sie so nicht in natura, aber immerhin als digitales Abbild
01. November 2010 um 21:41
hier noch ein Beitrag zu der zauberhaften Pflanze.
http://gartenblick.blogspot.com
l.g. Sibylle