Köpfen oder nicht?
Mittwoch, 23. Dezember 2009“Deadheading” nennen die Briten etwas makaber das Abschneiden verblühter Blumen und Samenstände. Inzwischen sollte sich herumgesprochen haben, dass das herbstliche Köpfen aller verdorrten Stauden und
Stängel nicht sehr ökologisch ist. Denn in hohlen Halmen überwintern viele Insekten, und Vögel picken gern an Samenständen. Dieses Jahr waren bei mir wieder die Stieglitze zu Gast – inzwischen sind sie zu viert –, um die Köpfchen der Karde leerzufuttern. Aber auch an anderen Samenständen, zum Beispiel der Echinaceen, bedienen sich die Vögel gern.
Wer jeden verblühten Halm kappt, beraubt sich aber auch einer ästhetischen Dimension des Gartens: Trockene Halme und Kapseln können ungemein dekorativ aussehen – vor allem, wenn der Schnee ihnen, wie in den letzten Tagen, Häubchen aufsetzt. Aber mit der Ästhetik ist das so eine Abwägungssache: Was der eine grafisch reizvoll findet, erscheint dem anderen trist und morbide.






