Archiv für die Kategorie ‘Pflanzen’

Auf Schnäppchenjagd

Dienstag, 16. Juni 2009

Was Pflanzen angeht, bin ich ja nicht nur ein Fashion Victim. Sondern, viel schlimmer: Ich kann an keinem Schnäppchen vorbeigehen. Natürlich weiß ich, dass die Billigware oft kränkelt und nicht gut anwächst. Von der Ökobilanz ganz zu schweigen: Wahrscheinlich sind die Pflanzen aus dem Baumarkt oder vom Discounter mit hohem Energie- und Chemieaufwand im beheizten Treibhaus herangezogen worden, womöglich unter Einsatz ausgebeuteter Arbeitskräfte in Niedriglohnländern. Und die Setzlinge wurzeln bestimmt in Substrat, das einmal ein baltisches Hochmoor war. Ja, ja.

Aber da ist diese Befriedigung, so ein blässliches Pflänzchen, für weniger als einen Euro erworben, reanimiert und zu üppigem Wuchs überredet zu haben. Denn die Vorliebe für grüne Schnäppchen beruht ja nicht nur auf purer Lust am Beute machen, sondern trägt auch einen Anflug von Samaritertum in sich.

Der Rosenkavalier

Freitag, 29. Mai 2009

Letzten Sonntag haben wir auf der Rückfahrt von einem Thüringen-Ausflug das Rosarium in Sangerhausen besucht. Sangerhausen liegt irgendwo zwischen Harz und Halle, umgeben von merkwürdig dreieckigen Abraumhalden, die aussehen wie Land Art, aber vermutlich üble Umweltsünden sind. Nein, ich glaube, man muss Sangerhausen nicht kennen, es sei denn, man ist ein Rosenfreak. Angeblich beherbergt das Rosarium nämlich die größte Rosensammlung Deutschlands, Europas, wenn nicht der Welt - kommt darauf an, welcher Quelle man folgt. Jedenfalls sollten es 8300 Sorten sein.

Pflanzen, Tiere, Sensationen

Montag, 18. Mai 2009

Das Schöne an einem winzigen Innenstadtgarten ist ja, dass die Erwartungen niedrig sind. So freut man sich umso mehr über jeden Erfolg, und jede Überraschung erscheint als Sensation, auch wenn sie manch anderem Gärtner nur ein müdes Lächeln entlocken würde.

Zwei solcher Highlights brachte das Wochenende mit sich: Zum einen blühte mein Türkenmohn auf. Nein, es handelt sich nicht um so einen vulgär scharlachroten mit der Leuchtkraft einer China-Laterne (obgleich auch die am rechten Platz gut aussehen können). Bei mir wächst vielmehr die ebenso dezente wie ausgefallene Sorte “Patty’s Plum”, die in einem unbeschreiblichen Pflaumenton erblüht, düster und ein wenig ins Bräunliche changierend. Dazu wirken ihre Blüten, als seien sie aus Taft geschneidert, innen geschmückt mir schwarzen Flecken, fransenartigen Staubgefäßen  und in der Mitte einem dunklen, samtigen Knopf. Eine ausgesprochen morbide Kombination, angemessen für das Ballkleid einer Vampirprinzessin.

Frustkäufe

Dienstag, 12. Mai 2009

Normalerweise bin ich ja kein sonderlich engagierter Förderer der deutschen Konjunktur. Für Shopping-Touren habe ich keine Zeit, zumal ich nichts so sehr hasse wie das ständige An- und Ausziehen in der Umkleidekabine. Auch um mich für die Multifunktionalität elektronischer Spielzeuge zu begeistern, bin ich viel zu ungeduldig. Mein Schwachpunkt sind, Ihr wisst es, nur die Pflanzen.

So war ich Freitag früh aus Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, ziemlich deprimiert. Und ausgerechnet da flackerte auf meinem Bildschirm die Werbe-Mail einer Berliner Blumenzwiebelfirma auf: Man habe, so wurde ich informiert, sämtliche verbliebenen Lilien des Sortiments um 50 Prozent reduziert. Nachdem ich im Vorjahr erstaunlich gute Erfahrungen mit zwei total überlagerten Lilienzwiebeln aus dem Baumarkt für 99 Cent gemacht hatte (das Resultat ist im Kopf dieses Blogs zu bewundern), gab es da kein Halten. Leider war der Mindestbestellwert mitnichten reduziert, so dass man nicht sagen kann, dass ich Geld gespart hätte. Im Gegenteil.

Wo die Körner fallen

Mittwoch, 06. Mai 2009

Allmählich sind die Tulpen verwelkt und haben die Starrolle an die Akeleien übergeben. Von denen habe ich im letzten Herbst raue Mengen im ganzen Garten verteilt, alles Sämlinge von drei weißen Aquilegia-Hybriden namens “Kristall”, die zu den ersten Bewohnern meines Gartens gehörten, an ihrem zu trockenen Standort an der Betonmauer aber nie so recht gediehen. Ihre Nachkommenschaft wächst nun an feuchteren Stellen auf das Üppigste.

Bei solchen Vermehrungs-experimenten erlebt man mitunter Mendel’sche Überraschungen: Alle Sämlinge von “Kristall”, die bis jetzt geblüht haben, strahlen wie die Eltern reinweiß und besitzen lange, nadelspitze Sporne, die ihnen ein höchst elegantes Aussehen verleihen.

Lob der Tulpe

Mittwoch, 29. April 2009

Früher mochte ich Tulpen nicht sonderlich. Zu grell, zu künstlich kamen sie mir vor. Doch seit ich meinen eigenen Garten hege, habe ich meine Meinung gründlich geändert. Zunächst ist es ja kaum möglich, nach den öden, grün-braunen Wintermonaten im Frühling leuchtende Farben in den Garten zu holen, ohne auf Tulpen zurückzugreifen.

Zum anderen scheinen Tulpen meinen Garten zu lieben. Im Gegensatz zu den Osterglocken, die die Tendenz haben, von Jahr zu Jahr weniger zu werden (die Trockenheit? die Narzissenfliege? Weiß der Teufel), halten sich die Tulpen exzellent. Einige Sorten, etwa die weiße “Purissima” vermehren sich sogar. Tulpen schätzen es schließlich, wenn der Boden im Sommer knochentrocken ist, was gerade in meinem Vorgarten leider häufig vorkommt.

Nachruf auf eine Malve

Montag, 20. April 2009

Gestern habe ich ihre Reste ausgegraben. Noch im Tode war ihr Wurzelwerk so üppig, dass ich meine Grabegabel verbogen habe. Die Rede ist von der unvergleichlichen Malven-Hybride Alcea “Parkallee”, die zwei Jahre lang meinen Vorgarten geziert, ja, man muss sagen: dominiert hat. Was für ein prachtvolles Gewächs!

Sie kam ungefragt, als Beigabe in einer Lieferung meiner bevorzugten Bio-Staudengärtnerei. Damals war der Garten noch ziemlich nackt, und ich setzte das winzige Pflänzchen nichtsahnend neben die Kellertreppe. Und staunte, als aus den beiden kaum fingerlangen Trieben im nächsten Frühjahr eine Pflanze von strauchartigen Dimensionen erwuchs, von Juli bis in den Dezember hinein mit blassgelben, leicht gefüllten Schalenblüten besetzt.

Von Christrosen und Osterhasen

Montag, 30. März 2009

Jetzt, endlich, tut sich was: Die Krokusse und Schneeglöckchen sind verblüht, dafür haben sich an diesem Wochenende die Osterglocken geöffnet. Die hellgelbe Sorte “Jenny” passt wunderbar zu den Blausternchen (Scilla siberica), die ich letzten Herbst an allen freien Flecken im Staudenbeet versenkt habe. Auch die Veilchen stehen in voller Blüte.

Den ganz große Auftritt haben derzeit aber die Christrosen. Gedauert hat es ja, stand die Hybride “Bollene” letztes Jahr doch schon Mitte Januar in Blüte. Diesen Winter zeigte sie vor Weihnachten zwar schon jede Menge Knospen, stellte sich dann aber zwei Monate lang scheintot. Das Warten hat sich gelohnt: Ihre Blütenfülle wirkt fast schon obszön, so dass ich sogar Triebe für die Vase geschnitten habe. Die allerdings halten sich nur, wenn man den Stängel längs aufschlitzt und möglichst oft frisch nachschneidet. 

Gemüse-Ambitionen

Freitag, 27. Februar 2009

Das heiße, trockene Wetter im letzten Sommer hat uns nicht nur eine Tomatenschwemme beschert, sondern mir auch ganz offensichtlich den Sinn getrübt. Wie sonst wäre es zu erklären, dass sich in dem Karteikasten im Keller, wo ich meine Saatgut-Tütchen aufbewahre, nicht nur eine Packung Paprikasamen befinden, sondern auch solche einer Auberginensorte mit dem reizenden Namen “Baby Rosanna”? Ja, ernsthaft, Auberginen. Nein, natürlich habe ich kein Gewächshaus, wo denn auch?

Nun gut, die Samen gab es beim Herbstausverkauf einer Saatgutfirma zum halben Preis, versandkostenfrei. Aber was sind schon die paar gesparten Euro in Relation zu all den Mühen und Frustrationen, die mir diese unschuldigen Körnchen aller Voraussicht nach bereiten werden? Eigentlich müsste ich sie schon bald aussäen, was mir angesichts des dauergrauen Wetters aber als aussichtsloser Heroismus erscheint. Ich erinnere mich gut an die spillerigen Sämlinge von Tomaten, Kosmeen & Co. im letzten Frühjahr, als sich die Sonne kaum sehen ließ.

Bunte Bilder

Montag, 26. Januar 2009

In letzter Zeit war ich ein wenig nachlässig bei der Bebilderung meiner Blog-Beiträge, ich weiß. Entweder war die Digitalkamera gerade nicht zu finden, oder es gab ein Netzwerkproblem, oder das Wetter war schlecht… Ich weiß, Gründe gibt’s immer, und der wahre Grund heißt: Faulheit. Die Blogger unter Euch wissen ja, dass das Hochladen und Einstellen von Fotos mitunter Fummelkram sein kann. Aber ich gelobe Besserung, und wie Ihr seht, habe ich schon ein bisschen renoviert.