Archiv für die Kategorie ‘Stadtgrün’

Offene Gärten

Dienstag, 09. Juni 2009

Am Wochenende war “Tag der offenen Gärten” in Berlin und Brandenburg; leider stand das Ereignis zumindest für mich unter einem schlechten Stern. Irene, meine jüngere Tochter, hatte Fieber, und das Wetter ließ sehr zu wünschen übrig. Als ich mich Sonntag früh dann doch zur Gartenbesichtigung aufmachte, regnete es in Strömen. Also wurde nichts aus der geplanten Radtour ins Berliner Umland. Stattdessen begnügte ich mich damit, vier Gärten im inneren Stadtbereich per U-Bahn und Bus zu besuchen, den Regenschirm im Anschlag.

Lob der Tulpe

Mittwoch, 29. April 2009

Früher mochte ich Tulpen nicht sonderlich. Zu grell, zu künstlich kamen sie mir vor. Doch seit ich meinen eigenen Garten hege, habe ich meine Meinung gründlich geändert. Zunächst ist es ja kaum möglich, nach den öden, grün-braunen Wintermonaten im Frühling leuchtende Farben in den Garten zu holen, ohne auf Tulpen zurückzugreifen.

Zum anderen scheinen Tulpen meinen Garten zu lieben. Im Gegensatz zu den Osterglocken, die die Tendenz haben, von Jahr zu Jahr weniger zu werden (die Trockenheit? die Narzissenfliege? Weiß der Teufel), halten sich die Tulpen exzellent. Einige Sorten, etwa die weiße “Purissima” vermehren sich sogar. Tulpen schätzen es schließlich, wenn der Boden im Sommer knochentrocken ist, was gerade in meinem Vorgarten leider häufig vorkommt.

Zu den Waffen!

Montag, 02. Februar 2009

Eigentlich dachte ich ja, unsere Nachbarschaft bestünde ausschließlich aus freiberufelnden Yuppies (spießig) und jungen Familien (auch spießig). Aber ich habe mich getäuscht: Auch hinter Natursteinfassaden haust mitunter ein revolutionärer Geist. Und manch ehrbare Mutter, die nachmittags ihre Kinder zum Chorsingen chauffiert, greift bei Einbruch der Dämmerung zur Waffe, um die Welt zu verbessern. Nein, keine AK-47. Sondern Schaufel und Gießkanne.

Wenn es irgendeinen Zweifel geben kann, dass Guerilla Gardening allmählich zum Breitensport wird, so dürfte das Beispiel A. ihn ausräumen. A., katholisch, Mutter dreier reizender Töchter, eröffnete mir neulich, sie habe gemeinsam mit der Mutter von Nachbarin M. ein paar hundert Blumenzwiebeln im Grünstreifen vor ihrer Häuserreihe vergraben. Hunderte Blumen-zwiebeln! Das hat mir imponiert.

Es lebe der Beton

Dienstag, 09. Dezember 2008

Quelle: Stadt Frankfurt am Main

Nun muss ich meine Meinung von gestern zumindest teilweise revidieren, erreicht mich doch gerade eine Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe, die einen ehemaligen Hubschrauberlandeplatz bei Frankfurt als Naturparadies ausgezeichnet hat. Flora und Fauna scheinen den alten, brüchigen Beton zu lieben; man hat nicht weniger als 300 Gefäßpflanzen auf dem Gelände ausgemacht. Seltene Vogelarten wie der Steinschmätzer sind Stammgast.

Also, noch ist auch in hier in Berlin nichts verloren. Vor meinem inneren Auge sehe ich Hundertschaften von Gefäßpflanzen die Fugen der öden Spreepromenade im Regierungsviertel aufbrechen; der Steinschmätzer nistet im Gestein der Friedrichstraßen-Lochfassaden, und auf den Parkplätzen meiner geschätzten Nachbarn sprießen urbane Wälder. (Die übrigens das Stadtklima enorm verbessern und deren Pflanzung auf Brachflächen deshalb in Leipzig Gegenstand eines Forschungsvorhabens ist.) Also, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil: Es lebe der Beton!

Der steinerne Garten

Montag, 08. Dezember 2008

Über den ehemaligen Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann alias “Der Steinerne” (Tagesspiegel) ist schon viel geschimpft worden, und eigentlich ist es undankbar, wenn ich in den Chor einstimme: Schließlich würde es das Viertel, in dem ich wohne, ohne diesen Herrn wohl nicht geben. Andererseits habe ich Stimmann auf Diskussionsveranstaltungen als Buchsbaum-Nostalgiker erlebt, der sentimental von Vorgärten im viktorianischen Stil schwärmte. Doch hat er verhindert, dass praktisch alle Vorgärten in unserer Nachbarschaft zu Kfz-Stellplätzen umgewidmet wurden? Von wegen. 

Bitte kein Buchs

Mittwoch, 26. November 2008

Eigentlich ist Buchsbaum eine wunderbare Pflanze, wenn auch ein wenig unspektakulär. Er wächst ausgesprochen langsam, aber fast überall, und wenn er alt wird, bildet er wenig mehr als mannshohe, knorrige Bäumchen. Im Berliner Tiergarten sind eine Reihe dieser XXL-Bonsais zu bewundern. Besonders mag ich den Duft der unscheinbaren Blüten, die sich im Spätwinter öffnen und ein würziges Aroma verströmen.

Leider haben die allerwenigsten Buchsbäume je die Chance, Blüten hervorzubringen, geschweige denn zu knorrigen Veteranen heranzuwachsen. Leider scheinen die meisten Garten- oder auch nur Pflanzkübelbesitzer der Ansicht zu sein, man müsse Buchsbäume regelmäßig frisieren wie Pudel.