Die Blumen des Bösen
Freitag, 08. Oktober 2010Ob es das Böse an sich gibt, und welcher Art es ist, beschäftigt die Menschen seit Urzeiten. Dass Pflanzen böse sein können, würde wohl niemand behaupten. Oder doch? Ins Grübeln kam ich bei einem gestrigen
Spaziergang durch die (wunderbaren) Gewächshäuser des Potsdamer Botanischen Gartens, den ich hier ja schon einmal gelobt habe.
Mir scheint, die Kuratoren dort hegen eine gewisse Neigung zum Absonderlichen; jedenfalls finden sich in der Sammlung neben den üblichen Verdächtigen umfassende Kollektionen einiger merkwürdiger Genera. Zum Beispiel der Aristolochien, zu deutsch Pfeifenwinden oder noch harmloser Osterluzei genannt. Und als mich da so eine von der Glasdecke herabhängende Blüte der Aristolochia grandiflora anstarrte, meinte ich, die Aura des Bösen hautnah zu spüren.







