Archiv für die Kategorie ‘Unterwegs’

Reise nach Schwerin

Freitag, 17. Juli 2009

Natürlich musste ich mir die diesjährige Bundesgartenschau in Schwerin ansehen, auch wenn der Besuch jetzt im 8. Monat ein wenig beschwerlich war. Hat sich die Reise gelohnt? Schwer zu sagen.

Spektakulär war auf jeden Fall die Lage der Schauflächen am See und rings um das Schweriner Schloss, das es an romantischer Ausstrahlung locker mit Neuschwanstein aufnehmen kann. Doch gerade in diesem Setting lag der Keim der Enttäuschung: An diesem historischen Ort ging es natürlich in erster Linie um die Wiederherstellung alter Parkanlagen und um eher geometrisch-formale Pflanzungen. Und die entsprechen nun einmal nicht so ganz meinem Geschmack.

Offene Gärten

Dienstag, 09. Juni 2009

Am Wochenende war “Tag der offenen Gärten” in Berlin und Brandenburg; leider stand das Ereignis zumindest für mich unter einem schlechten Stern. Irene, meine jüngere Tochter, hatte Fieber, und das Wetter ließ sehr zu wünschen übrig. Als ich mich Sonntag früh dann doch zur Gartenbesichtigung aufmachte, regnete es in Strömen. Also wurde nichts aus der geplanten Radtour ins Berliner Umland. Stattdessen begnügte ich mich damit, vier Gärten im inneren Stadtbereich per U-Bahn und Bus zu besuchen, den Regenschirm im Anschlag.

Der Rosenkavalier

Freitag, 29. Mai 2009

Letzten Sonntag haben wir auf der Rückfahrt von einem Thüringen-Ausflug das Rosarium in Sangerhausen besucht. Sangerhausen liegt irgendwo zwischen Harz und Halle, umgeben von merkwürdig dreieckigen Abraumhalden, die aussehen wie Land Art, aber vermutlich üble Umweltsünden sind. Nein, ich glaube, man muss Sangerhausen nicht kennen, es sei denn, man ist ein Rosenfreak. Angeblich beherbergt das Rosarium nämlich die größte Rosensammlung Deutschlands, Europas, wenn nicht der Welt - kommt darauf an, welcher Quelle man folgt. Jedenfalls sollten es 8300 Sorten sein.

Frühlings-Fluchten

Montag, 23. März 2009

Ist dieser Blog vom Grauschimmel befallen? Die Gärtnerin verschollen? Keine Angst, so weit ist es noch nicht, auch wenn ich übelsten Gewissens feststelle, dass ich fast einen Monat lang nichts gepostet habe. Eine Todsünde in der Blogosphäre, ich weiß. Bitte verzeiht!

Aber ich hatte mich zwischenzeitlich aus dem grauen, nassen, kalten Berliner Pseudofrühling nach Kreta abgesetzt, nicht zuletzt, um dort meine malträtierten Atemwege ein bisschen zu kurieren. Geregnet hat’s dort zwar auch reichlich, aber immerhin war der Frühling schon auf ganzer Linie ausgebrochen. 

Bunte Bilder

Montag, 26. Januar 2009

In letzter Zeit war ich ein wenig nachlässig bei der Bebilderung meiner Blog-Beiträge, ich weiß. Entweder war die Digitalkamera gerade nicht zu finden, oder es gab ein Netzwerkproblem, oder das Wetter war schlecht… Ich weiß, Gründe gibt’s immer, und der wahre Grund heißt: Faulheit. Die Blogger unter Euch wissen ja, dass das Hochladen und Einstellen von Fotos mitunter Fummelkram sein kann. Aber ich gelobe Besserung, und wie Ihr seht, habe ich schon ein bisschen renoviert. 

Grüne Woche

Samstag, 17. Januar 2009

Da ich wegen einer Pressekonferenz unserer schicken Agrarministerin eh akkreditiert war, wollte ich mir heute mal anschauen, was die viel gerühmte Grüne Woche für Gärtner so zu bieten hat. Meine Erwartungen waren nicht hoch gespannt, wurden aber locker unterboten. So eine triste Veranstaltung!

Vor allem stieß ich in den Hallen 8 und 9 auf Stände, die Blumen-zwiebeln verkauften. Da lagen dicke Amaryllis-Zwiebeln, die ganz gut aussahen, aber ziemlich teuer waren, dazu Packungen mit Dahlien, Gladiolen und den üblichen Verdächtigen, meist in grauenhaften Farbmischungen. Dazu aber auch jede Menge Tulpen-, Hyazinthen- und Schneeglöckchenzwiebeln. Was um alles in der Welt soll ich im Januar mit Tulpenzwiebeln? Mikrobiologische Studien betreiben? Aber vielleicht ist die Ware ja auch so dick mit Fungiziden gepudert, dass man sie bequem ein Dreivierteljahr einlagern kann.

Neujahrsgrüße, verspätet

Samstag, 03. Januar 2009

Melde mich zurück von der Insel – diesmal aber nicht England, sondern Sizilien, wohin mein Gatte und ich uns über die Feiertage geflüchtet haben. Gut für die Ehe, schlecht für die CO2-Bilanz, ich weiß. Wirklich reumütig bin ich aber nicht, dazu habe ich die Tage im Süden viel zu sehr genossen: Felder voller Zitronen- und Orangenbäume, die so voller Früchte hängen wie sonst nur die Apfelbäume im Märchen, Bougainvilleen in voller Blüte, duftender Jasmin, meterhohe Weihnachtssterne…

Klingt nach Idyll, ist aber keins: Sizilien verlangt von seinen Liebhabern, dass sie über viele, sehr viele Schönheitsfehler hinwegsehen: die Appartementklötze am Meer; die Bauruinen; die Häuser, die aussehen wie Bauruinen; die absurd überdimensionierten Umgehungsstraßen um jedes Landstädtchen, an deren Bau die Mafia sicher gut mitverdient hat. 

Exotik von der Insel

Montag, 15. Dezember 2008

Wie wohl für jeden ernsthaft an Gärten Interessierten ist England auch für mich das gelobte Land. Und im September hatte ich eine ganze Woche Zeit, im Süden der Insel herumzufahren und mir Gärten, Gärten, Gärten anzuschauen. Einer davon lässt mir keine Ruhe, und zwar ausgerechnet einer, von dem ich mir gar nicht viel versprochen hatte: Great Dixter, Wirkungsstätte des in Großbritannien äußerst populären, 2006 leider verstorbenen Gartengurus Christopher Lloyd, ein Enfant terrible der Hortikultur.

Es lebe der Beton

Dienstag, 09. Dezember 2008

Quelle: Stadt Frankfurt am Main

Nun muss ich meine Meinung von gestern zumindest teilweise revidieren, erreicht mich doch gerade eine Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe, die einen ehemaligen Hubschrauberlandeplatz bei Frankfurt als Naturparadies ausgezeichnet hat. Flora und Fauna scheinen den alten, brüchigen Beton zu lieben; man hat nicht weniger als 300 Gefäßpflanzen auf dem Gelände ausgemacht. Seltene Vogelarten wie der Steinschmätzer sind Stammgast.

Also, noch ist auch in hier in Berlin nichts verloren. Vor meinem inneren Auge sehe ich Hundertschaften von Gefäßpflanzen die Fugen der öden Spreepromenade im Regierungsviertel aufbrechen; der Steinschmätzer nistet im Gestein der Friedrichstraßen-Lochfassaden, und auf den Parkplätzen meiner geschätzten Nachbarn sprießen urbane Wälder. (Die übrigens das Stadtklima enorm verbessern und deren Pflanzung auf Brachflächen deshalb in Leipzig Gegenstand eines Forschungsvorhabens ist.) Also, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil: Es lebe der Beton!